Eckhard Hammel

Zwischen Kant und Lacan

Prolegomena zu Friedrich Nietzsches
Sprach- und Subjektivitätskritik


Vorwort und Copyright-Information

indem wir so uns selbst ergreifen wollen, erhaschen wir, mit Schaudern, nichts, als ein bestandloses Gespenst.
Arthur Schopenhauer

Die seit Mitte der 60er Jahre diskutierten Nietzsche-Forschungen der Philologen Colli und Montinari hatten unbestreitbar einen großen Einfluß auf philosophische Arbeiten über Nietzsche. Dieser Einfluß ist bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Die vorliegende Arbeit setzt zwar diese Forschungen voraus, aber sie grenzt sich von der Vorherrschaft der Philologie ab. Gewiß hat die Anwendung der philologischen Methode auf Nietzsches Werk und auf ihn selbst als Schriftsteller ihren Stellenwert gehabt. Man hat dadurch dem von Nietzsche propagierten Perspektivismus ein wissenschaftliches Fundament geliefert. So gelang es, indem man Nietzsches Werk und Schaffensperioden in Phasen und Teilphasen differenzierte, seine Arbeiten jeglicher dogmatischen Vereinnahmung zu entziehen.

Es versteht sich allerdings von selbst, daß mit der herkömmlichen Unterteilung seines Werkes in Früh-, Mittel- und Spätstadien Konstruktionen vorgenommen werden, die erstens als solche bloße Hilfsmittel sind, und die zweitens, da man sie beliebig weiter unterteilen könnte, in ihrer differenziellen Abgrenzung immer willkürlich bleiben. Es ist denkbar, daß Nietzsche dieses künstliche Unterteilen selbst als einen "Mangel an Philologie" bezeichnet hätte.

Die vorliegende Arbeit ist keine philologische Arbeit. Sie gibt einen ideengeschichtlichen Überblick über Nietzsches Kritik an Kants Sprach- und Subjektivitätsbegriff und die Weiterentwicklung dieser Kritik innerhalb der von der Psychoanalyse inspirierten Philosophie im 20. Jahrhundert.


Seit der Abfassung des Typoskriptes sind über 10 Jahre vergangen. Der Verfasser hat sich unterdessen anderen Themen zugewandt. Gleichwohl gab es einen Grund das Skript zu publizieren: In zahlreichen Seminarveranstaltungen wurde seitens der Teilnehmenden nicht selten der Wunsch geäußert, die vorhandenen Materialien insbesondere zu Lacan und zu den Ideen zu einer formalistischen Interpretation des Willens zu Macht einsehen zu dürfen. Dem Wunsch konnte der Verfasser nicht immer entsprechen, bestand der Text doch bloß aus einer privaten Materialsammlung.
Daß der Umfang des Original-Typoskriptes auf die Hälfte schrumpfen mußte, nimmt ihm nicht den Charakter der Materialsammlung; aber es hat sich doch ein zusammenhängender Text ergeben.


Das alles bedeutet nicht, dass man/frau befugt ist, das Material zu kopieren, ein wenig daran herum zu wurschteln, ihm hier und da eine Idee zu verleihen, und das Ganze dann als akademische Abschlussarbeit einzureichen - was vorgekommen ist. Der Täter hat den Vorfall ungestraft überlebt, aber es sollte nicht nochmals geschehen.


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